Vier Prozent Dividende beschlossen
Vertreterversammlung tagte in Kaiserslautern
Rund 28.000 Menschen sind Genossenschaftsmitglied der Volksbank Kaiserslautern. Eine Mitgliederversammlung in dieser Größenordnung ist natürlich kaum umsetzbar. Deshalb wählen die Mitglieder größerer Genossenschaften Vertreterinnen und Vertreter, die ihre Rechte wahrnehmen. Die Vorsitzende des Aufsichtsrats, Martina Leib-Herr, begrüßte diese Vertreter am 20. Mai zur ordentlichen Vertreterversammlung der Volksbank in der Fruchthalle in
Kaiserslautern. Der Abend brachte vier Prozent Dividende, das Ausscheiden eines Aufsichtsratsmitglieds und eine Wiederwahl.
Vorstandsmitglied Alexander Kostal berichtete über das Geschäftsjahr 2025. Die Bank blieb ihrem genossenschaftlichen Auftrag treu: Im Mittelpunkt stand nicht die Gewinnmaximierung, sondern die nachhaltige Förderung ihrer Mitglieder und die Stärkung der Wirtschaft in der Region. „Nutzenstiften“, nannte es Kostal in seiner Rede. Dennoch bildeten erwirtschaftete Gewinne eine wichtige Grundlage, um Investitionen zu ermöglichen und das Eigenkapital langfristig zu stärken, so Kostal. Abschließend betonte er, dass die Bank für das Geschäftsjahr 2025 wieder eine
Dividende in Höhe von vier Prozent vorschlage. Demnach werden erstmalig über zwei Millionen Euro an die Mitglieder ausgezahlt. „Damit halten wir unsere Dividende seit 2022, dem Ende der Negativzinsphase konstant auf attraktivem Niveau", stellte Alexander Kostal fest und bezifferte die Dividendenzahlungen seit dem Jahr 2022 auf insgesamt rund 7,6 Mio. Euro. Kostal ging außerdem näher auf die Themen „Crowdfunding“ und „Spenden“ ein und nannte die Summe von 160.000 Euro, mit der die Bank im vergangenen Jahr gemeinnützige Vereine und Organisationen in der Region unterstützt hat.
Vorstandsmitglied Peter Kullmann erläuterte den Jahresabschluss 2025. Das Bilanzbild habe sich im Vergleich zum Vorjahr nicht durchgreifend verändert und sei weiterhin ganz typisch für eine regional tätige Volksbank. "Die Bilanzsumme der Bank lag zum 31. Dezember 2025 bei 1.501.505.948,78 Euro", so Kullmann. Die Bank refinanziere sich, neben dem Eigenkapital von circa 244 Millionen Euro, zum weit überwiegenden Teil aus Kundeneinlagen. Diese wurden, soweit möglich, als Kredite an Kunden weitergegeben, gemäß dem Kern des genossenschaftlichen
Förderauftrages.
Die originären Kundeneinlagen haben im Vorjahresvergleich um 40 Millionen Euro oder 3,6 Prozent spürbar zugenommen. Durch die Rückkehr von attraktiven Einlagenzinsen hinter der unnatürlichen Null- oder sogar Negativzinsphase stelle die Bank in diesem Segment eine deutliche Normalisierung im Anlageverhalten der Kunden fest, die sich wieder vermehrt in gut verzinsten Anlageprodukten zu engagieren seien. Das Kreditvolumen im Privatkundensegment habe sich im
Jahresverlauf ebenfalls deutlich ausgeweitet. Die getätigten Neukreditvergaben entfielen dabei fast ausschließlich auf private Immobilienfinanzierungen. Das gesamte aufsichtsrechtliche Eigenkapital erhöhte sich um acht Millionen Euro auf insgesamt 244 Millionen Euro. Demnach verfüge die Bank über gut 80 Millionen Euro mehr an Eigenkapital als nach den behördlichen Vorgaben erforderlich sei. Die Eigenkapitalquote unterstreiche die hohe Solidität der Genossenschaftsbank, so
Kullmann.
Der Zinsüberschuss ist auch im Jahr 2025 eine der wichtigsten Einnahmenquellen der Bank. Er betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 29,8 Millionen Euro. Der leichte Rückgang im Vergleich zum Vorjahr sei durch das geringere Zinsniveau im Gefolge der zwischenzeitlich durchgeführten geldpolitischen Lockerungen der Europäischen Zentralbank bedingt. Der Provisionsüberschuss als zweitwichtigste Ertragsquelle liegt mit rund 8,9 Millionen Euro leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Allerdings hat sich der Verwaltungsaufwand der Bank trotz des nach wie vor erhöhten Inflationsdrucks leicht reduziert und liegt bei 7,9 Millionen Euro. Das operative Geschäftsergebnis als innere Ertragskraft der Bank bewege sich, wie bereits in den Vorjahren, auf einem sehr wettbewerbsfähigen und soliden Niveau. Kullmann bestätigte für das abgelaufene Geschäftsjahr ein operatives Geschäftsergebnis in Höhe von 18,2 Millionen Euro.
Für das vergangene Geschäftsjahr 2025 ergibt sich ein Bilanzgewinn von 2,5 Millionen Euro. „Alles in allem war es für uns wieder ein recht gutes Jahr in einem nach wie vor nicht einfachen wirtschaftlichen und – wie wir alle wissen – vor allem nicht einfachen konjunkturellen Umfeld.“, lautete das Fazit von Kullmann für das Jahr 2025. Die Vertreterinnen und Vertreter folgten dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat und beschlossen für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividendenzahlung in Höhe von vier Prozent. Der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat stimmten die
Versammlungsteilnehmer einstimmig zu.
Gemäß der Volksbank-Satzung schieden in diesem Jahr zwei Aufsichtsratsmitglieder aus: Dr. Till Mischler und Matthias Schoch. Dr. Mischler wurde von der Versammlung wiedergewählt und übt seine Tätigkeit im Gremium des Aufsichtsrates auch für die nächsten drei Jahre aus. Matthias Schoch stand nach eigenen Aussagen nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung und schied aus dem Aufsichtsrat aus. Schoch war insgesamt 15 Jahre für den Aufsichtsrat tätig.
Die Versammlungsleiterin und Aufsichtsratsvorsitzende Martina Leib-Herr bedankte sich mit persönlichen Worten bei Matthias Schoch für die gute Zusammenarbeit. Foto: by Sousa/Voba